ADHS-DIAGNOSTIK FÜR ERWACHSENE IN WEDEL


Klarheit gewinnen
ADHS wird nicht immer bereits in der Kindheit erkannt.
Manche Erwachsene erleben seit vielen Jahren Schwierigkeiten mit Konzentration, Organisation, Zeitmanagement oder innerer Unruhe. Andere funktionieren nach außen sehr gut, benötigen dafür jedoch dauerhaft viel Kraft.
Eine fundierte Diagnostik kann helfen zu klären, ob ADHS eine mögliche Erklärung für diese Erfahrungen ist.
Eine einzelne Auffälligkeit oder ein Fragebogenwert reicht dafür nicht aus. Entscheidend ist immer das Gesamtbild.
ADHS bei Frauen und kompensierte Symptomatik
ADHS kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Besonders weniger offensichtliche oder stark kompensierte Erscheinungsformen können lange unerkannt bleiben.
Manche Menschen entwickeln über Jahre Strategien, mit denen sie Schwierigkeiten nach außen erfolgreich ausgleichen – beispielsweise durch ausgeprägte Selbstkontrolle, Perfektionismus oder hohen persönlichen Einsatz.
Gerade bei Frauen wurden solche Verläufe lange häufiger übersehen.
Vielleicht treten immer wieder folgende Symptome auf, die auf das Vorliegen von ADHS hinweisen können:
Schwierigkeiten mit Planung und Priorisierung
Aufschieben trotz wichtiger Aufgaben
Vergesslichkeit oder häufiges Abschweifen
innere Unruhe
schnelles Gefühl von Überforderung
Schwierigkeiten mit Zeitgefühl und Zeitmanagement
hoher Kraftaufwand, um organisiert zu wirken
emotionale Überforderung
Ablauf der Diagnostik
1. Erstgespräch
Aktuelle Beschwerden, Fragestellung und Einschätzung, ob eine ADHS-Diagnostik sinnvoll erscheint.
2. Ausführliche Anamnese
Aktuelle Lebenssituation sowie Entwicklung seit der Kindheit. Vorhandene Schulzeugnisse oder Informationen aus früheren Lebensphasen können hilfreich sein, sind aber nicht grundsätzlich Voraussetzung.
3. Standardisierte Diagnostik
Strukturierte Gespräche sowie geeignete standardisierte diagnostische Verfahren.
4. Differentialdiagnostische Einordnung
Prüfung, ob andere psychische oder gesundheitliche Faktoren Beschwerden erklären oder zusätzlich eine Rolle spielen könnten.
5. Auswertung und Abschlussgespräch
Verständliche Besprechung der Ergebnisse und möglicher weiterer Schritte.
Wie geht es danach weiter?
Eine medikamentöse Behandlung gehört zu den wichtigen und gut untersuchten Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS im Erwachsenenalter. Ob sie im individuellen Fall sinnvoll und geeignet ist, muss ärztlich beurteilt werden.
In meiner Praxis werden keine Medikamente verordnet.
Bei einem entsprechenden diagnostischen Ergebnis kann deshalb eine ärztliche Weiterbehandlung zur Prüfung einer medikamentösen Therapie sinnvoll sein.
Ergänzend oder alternativ können Psychoedukation, psychotherapeutische Begleitung und konkrete Strategien für den Alltag hilfreich sein.
Grenzen der Diagnostik
Wenn Sie die Diagnostik im Hinblick auf eine medikamentöse Behandlung, einen Nachteilsausgleich, eine behördliche Fragestellung oder eine bestimmte Bescheinigung benötigen, klären Sie bitte möglichst vorab, welche diagnostischen Unterlagen von der jeweiligen Stelle benötigt und anerkannt werden.
Gegebenenfalls können zusätzliche ärztliche oder fachärztliche Untersuchungen erforderlich sein.